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Fragen

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Kultur - Philosophie


Was seit jeher fraglich ist, mag fraglich bleiben; was seit jeher fraglos galt, muss fraglich werden.

Welches sind die Bedingungen, die es erlauben, etwas als fraglos gültig anzusehen? Ist der fragende Blick der sprachlichen Formulierung der Frage vorzuziehen oder ihr unterlegen? Was ist eine Frage? Ist dies eine Frage? Wie gelingt es - denkend - ständig so zu tun, als ob es fraglos möglich sei, Sätze, Aussagen, gar Antworten unbefragt aneinanderzureihen, etwa zu einer Erzählung oder gar zu einem Roman? Aber wie oft gelingt es tatsächlich?

Oder leben wir in einer Zeit der Fraglosigkeit, weil wir in einer Zeit der Fragwürdigkeit leben?

Sind ehrliche Fragen nur solche, deren Antwort vor der Fragestellung unbekannt war? Wie war es bei dieser Frage? Fragen wir nur, um mehr wissen oder erkennen zu können? Wie ist das Fragen entstanden? Und Fragezeichen bezeichnen was?

Was ist das? Was willst du? Was bedeutet dein fragender Blick?
Gibt es Fragen ohne die Sprache? Kann es eine Sprache geben, die ohne Fragen auskommt? Gibt es wirklich mehr Antworten als Fragen? Ist diese Frage überhaupt beantwortbar?

Können wir uns so befragen, dass wir uns in den Antworten selbst erkennen? Was könnte das Ziel des Fragens sonst sein, und wenn ein solches nicht zu entdecken ist: warum fragen wir immer wieder danach? Ist alles nur da, um es nach genauerem Hinsehen für sinnlos zu halten? Bewegen sich meine Fragen von mir weg oder zu mir hin? Darf ich so weiterfragen oder muss ich so weiterfragen? Sind meine Fragen verständlich?

Weitere Aufsätze des Autors unter: http://www.notizenzurnacht.de

Autor: Lutz Neumann
 

Kommentare  

 
0 #1 Oliver Neumann 2009-01-30 15:39 Solange wir noch zweifeln, habe ich noch Hoffnung.
Solange ich noch hoffe, bin ich auch lebendig.
So frage ich also, weil ich hoffe?

Ist meine Hoffnung berechtigt?
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+1 #2 Lydia Therhaag 2009-01-30 17:17 Frage: Was wäre wenn?
Wenn Hoffnung durch Vertrauen ersetzt werden könnte?
Wenn das intuitive Wissen vorhanden wäre, daß für jede Frage eine Antwort existiert, spätestens von dem Moment an, in dem ich die Frage formuliere?
Wenn mir das Wissen um die Antwort ausreicht, um Vertrauen zu haben, selbst ohne daß ich den Inhalt der Antwort kenne?
Wenn das negativ besetzte Wort "Naivität" ersetzt werden könnte in "Urvertrauen", das uns scheinbar im Lauf der Evolution verloren gegangen ist?
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0 #3 Oliver Neumann 2009-01-31 21:02 Ein Kreter sagt: Alle Kreter lügen!

Sagt der Kreter die Wahrheit?
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0 #4 Lydia Therhaag 2009-02-01 13:39 Wer will das wissen? Du? Oder Dein Verstand, der sich für ach so clever hält und am Ende aller Fragen immer wieder feststellen muß: "ich weiß, daß ich nichts weiß!"
Im "Gauklermärchen" von Michael Ende hat ein kleiner Junge eine ähnliche Frage wie die mit dem Kreter und der Wahrheit als Mittel zum Zweck benutzt:
Eine bösartige Spinne unterdrückte das Land und hatte seine Bewohner zu Sklaven gemacht. Die Spinne war davon überzeugt, für jedes Problem und für jede Fragestellung eine Lösung, bzw. eine Antwort zu haben. Tatsächlich war sie auch sehr redegewandt und wirkte damit durchaus respekteinflöße nd. Der Umstand, daß sie nun das Rätsel des Jungen nicht lösen konnte, brachte sie um den Verstand, als sie sich ihrer Unfähigkeit bewußt wurde.
So wie ihr Verstand in sich selbst zerbrach, zerstörte sich das Netz, das sie gesponnen hatte. All die Jahre hatte es über dem Land geschwebt und es von der großen weiten Welt abgeschirmt. Erst jetzt konnten die Menschen wieder entdecken was es bedeutet, frei zu sein. Bis dahin hatten sie es schlichtweg vergessen.
Fazit: Hin und wieder sollten wir in der Lage sein, unserem Denken die Kompetenz abzusprechen, auch - und vor allem dann - wenn wir uns für noch so schlau halten. Der Verstand hat immer seine Grenzen, nicht aber das Herz!
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